Hardangervidda Etappe 3: Von grünen Tälern in Mondlandschaften

Morgens aus dem Zelt geblickt, erwartete uns ein spektakulärer Anblick: Der Holmavatnet liegt ruhig wie eine Scheibe vor uns, kein Lüftchen kräuselt seine Oberfläche. Stattdessen sieht man das perfekte Spiegelbild der schneebefleckten Berge im Wasser. Das Wetter war wie am Vortag traumhaft. Die Sonne strahlte und kein Wölkchen trübte den blauen Himmel. Da machte es auch nichts, dass unser Weg mal wieder mitten durch einen Fluß führte und die nackten Füße fast im eiskalte Wasser abfielen. Auch an diesem Tag verlief unser Weg wieder sehr abwechslungsreich. Am Fuße des Berges Vetlekoll ging es, entlang eines Seeufers, mühsam über Felsblöcke voran. Am rauschenden Kvenno Fluß vorbei, gelangten wir dann in ein weites, grünes Tal.  Inmitten des Tals stand eine kleine Holzhütte direkt an einem riesigen Flesblock. Im Schatten des Felsblockes suchte eine Herde Schafe Schutz vor der Sonne.

Als wir kurze Zeit später in der Mittagshitze in Richtung der DNT Hütte Litlos aufstiegen, beneidete ich die Schafe um ihr schattiges Plätzchen. Kurz vor Litlos sitzt ein norwegisches Ehepaar am Wegesrand und begrüßt uns mit den Worten: „Ist das nicht ein herrlicher Tag? Haben wir nicht ein Glück hier sein zu dürfen?“. Besonders bemerkenswert war aber nicht nur das perfekte Deutsch, welches sie sprach, sondern vor allem die Elchsalami, von der sie uns gleich probieren ließen. Nachdem wir Litlos passiert hatten glich die Umgebung mehr und mehr einer Mondlandschaft. Keine Pflanze schien hier mehr zu wachsen. Wir waren in einer braunen Felswüste gelandet. Unser Lagerplatz für die Nacht war entsprechend unwirtlich. Wir stellten das Zelt direkt an dem See Grøndalsvatni auf, auf dem noch vereinzelte Eisschollen trieben und über dem zwei Möwen im kalten Wind kreischten.