Die 5. Etappe unserer Reise bleibt wohl vor allem wegen zwei Dingen im Gedächtnis: Sie war unheimlich lang und das Wetter war unheimlich schlecht. Statt strahlend blauem Himmel gab es nun Regen und Nebel. Das erste Mal Zuflucht vor dem Wetter, aber auch wegen meiner schmerzhaften Blasen, suchten wir in Hedlo, nachdem wir kaum 2 Stunden unterwegs waren. Dort begegneten wir dem krassen Gegensatz der freundlichen Hüttenwartin am Tag zuvor, dem Hausherrn von Hedlo. Kurz nach unserer Ankunft in der Empfangshalle begann der wortkarge und scheinbar missmutig gestimmte Mann, sämtliche, von der Empfangshalle zum Rest des Hauses abgehenden, Türen zu verschließen. Dabei schloss er auch versehentlich seine Frau ein. Der Kaffee, welchen wir dort einnahmen, war ein wahres Teufelsgebräu, so schlecht, dass wir sogar „Lord Unterbüx“ und seiner Begleitung, welche wir vor der Hütte trafen, von dem Genuss abrieten. Lord Unterbüx, Typ Oberstudienrat, hatten wir am Tag zuvor, inmitten des kleinen Lebensmittelladens der Selbstbedienungshütte, nur in Unterhose gewandet, kennen lernen dürfen. Spektakulär auf der Etappe war sicherlich das Mittagspausenpanorama oberhalb von Viveli: Neben uns stürzte ein leuchtend blauer Wasserfall in die Tiefe. Von Viveli aus ging es dann über Stock und Stein durch den Zauberwald – der Hauke, nachdem er das ein oder andere Mal unsanft von seinem Rucksack gestoppt wurde, nicht ganz so märchenhaft in Erinnerung blieb. Vom Zauberwald ging es durch den „Mückenwald,“ das Sumpfgebiet entlang des Flusses Berdølo. Doch dieses Gebiet beschränkte sich leider nicht nur auf den Fluss: Bis Fossli, welches noch mehr als vier Stunden Marsch entfernt lag, führte der Weg durch sumpfiges Gelände entlang der Flanke eines Berges. Und zwar erstmal den Berg hinauf. Oben angekommen, war Hauke endlich mal genauso platt wie ich. Die Energie aus jeweils einem halben Powerbar und ein paar Schokokeksen brachte uns gerade noch bis zum ersten trockenen, zum Campen geeigneten Fleck: Fossli blieb an diesem Tag unerreicht.