Manchmal, wenn einfach alles nervt und ich wieder Zeit für mich brauche, flüchte ich mich raus in die Natur. Eigentlich ist manchmal ein wenig gelogen, denn das passiert in variierender Intensität jede Woche. Bevorzugt packe ich dann meinen Rucksack und fahre in die Berge. Wer weniger als eine Stunde von den Alpen entfernt wohnt, hat da natürlich großes Glück. Dann ist so eine kleine Flucht ja eher einfach. Tageswanderungen sind nicht schlecht, aber richtig super ist es eigentlich unter freiem Himmel und direkt am Gipfel zu schlafen. Sowohl Sonnenaufgänge als auch Sonnenuntergänge in den Bergen sind wahnsinnig toll und wenn man am Gipfel biwakiert hat man ja häufig beides. Man braucht dafür nicht viel, eigentlich nur einen warmen Schlafsack, eine Isomatte und ein Biwaksack wäre auch noch gut, damit der Schlafsack nicht so nass wird.

Dieses Wochenende war ich auf dem Miesing im Schliersee Tal. Man kann mit der Bayrischen Oberlandbahn sowohl nach Geitau als auch nach Osterhofen fahren und dann, vorbei am Soinsee, auf den Gipfel wandern. Es ist ein sehr einfacher Weg über einen Fahrweg. Wenn man es etwas länger und anspruchsvoller haben möchte, kann man aber auch über die Aiplspitz aufsteigen und dann von dort in Richtung Miesing gehen. Der Gipfel des Miesing bietet sich zum Biwakieren gut an. Er ist flach und man kann sich auch gut zwischen den Latschen vor dem Wind verstecken. Hinzu kommt, dass es immer eine gute Strategie ist, nicht den attraktivsten Gipfel in der Umgebung zu wählen, weil man dann meistens allein ist und den jeweils attraktiveren Gipfel auch sehen kann. Im Falle des 1884 Meter hohen Miesing ist das die einen Meter höhere Rotwand.

Dieses Mal warte ich allerdings nur den Sonnenuntergang ab, lege mich noch etwas ins Gras um die Sterne anzusehen und ein paar Bilder zu machen. Schlafen werde ich hier dieses Mal nicht. Ich bin ich mit zwei Freunden, etwas weiter unten am Soinsee verabredet. Der liegt direkt unterhalb der Ruchenköpfe und bietet auch ebenfalls eine ganz gute Umgebung zum Übernachten. Der Sonnenaufgang fällt für mich damit zwar aus, aber zu dritt Kaffee am See trinken ist auch ganz gut. Ich steige also wieder ab und treffe die beiden nach einer Stunde direkt am Ufer. Sie haben uns schon eine gute Stelle für die Nacht ausgesucht.

Am Anfang des Tages liegen die Berge noch im Nebel. Im Laufe des Tages lichtet sich der Himmel und die Sonne kommt heraus.