Alpenüberquerung von Seefeld nach Sterzing.

Weil für mich Wanderungen immer ein Ziel haben müssen und so ein Ziel im besten Fall auch noch einen griffigen Namen hat, hatte ich mir vorgenommen eine Alpenüberquerung zu machen. Ich hatte eine Woche lang Zeit und eine Überquerung der Alpen hielt ich für eine gute Idee. Den E5 von Oberstdorf nach Meran war ich vor zwei Jahren schon mal mit Freunden von mir gelaufen. Der Weg ist für meinen Geschmack hoffnungslos überlaufen, darum wollte ich mir die Strecke dieses Mal selbst zusammenstellen.

Das Ziel, und somit auch die grobe Planung, stand schnell: Von Mittenwald nach Meran. Mittenwald, weil ich es einfach gerne mag, genauso wie das Karwendel. Meran, weil es als Ankunftsort einer Transalp ein gängiges Ziel ist und außerdem sogar in Italien liegt. Ich wollte also durch das Karwendel, dann durchs Inntal und auf der Höhe von Kematen in die Stubaier Alpen laufen. Ab der Adolf-Senner-Hütte kann man dann relativ lange dem Stubaier Höhenweg und später dann dem Tiroler Höhenweg durch die Sarntaler Alpen folgen.
Die Tour war von Anfang etwas sehr sportlich angelegt. Am Samstag, dem Tag an dem ich loslaufen wollte, war das Wetter aber auch noch mehr als schlecht und ich entschied mich erst am Folgetag aufzubrechen. Für Sonntag war strahlender Sonnenschein angesagt und darum hielt ich die Entscheidung für vernünftig. Da die Strecke jetzt aber zu lang, bzw. die Zeit zu knapp geworden wäre, fuhr ich am nächsten Tag bis nach Seefeld und startete dort.

Die Route hieß also nicht mehr Mittenwald – Meran, sondern Seefeld – Meran. Klang jetzt irgendwie doof, aber ließ sich auch nicht mehr ändern. Meine Wanderung begann aber, mit anderen Worten, auch nicht mehr in Deutschland, sondern erst in Österreich.

Um aber das Wichtigste vorwegzunehmen und auch den Titel des Posts gleich noch zu erklären: Ich bin letztendlich gar nicht in Meran angekommen… Am darauf folgenden Wochenende war nämlich ein Wetterumschwung angesagt. Ein Wetterumschwung mit Kälteeinbruch und sinkender Schneefallgrenze bis auf etwa 2000 Meter. Es war relativ klar, dass ich es, in der verbleibenden Zeit, nicht mehr bis Meran schaffen würde, höchstens mit ziemlichem Gewürge. Ich hatte bis dahin tolle Wandertage gehabt und absolut keine Lust die beiden letzten in strömendem Regen oder bei Schneefall im Hochgebirge rumzurennen. Aber ich war ja mittlerweile schon in Italien angekommen und entschied mich somit für eine pragmatische Lösung des Problems: Ich benannte den Titel meiner Tour in „Von Seefeld nach Italien“ um und stieg nach Sterzing ab. Man hätte die Tour übrigens auch „Der Magdeburger Höhenweg“ nennen können, weil er von der Neuen Magdeburger Hütte unterhalb des Solsteins bis zu Magdeburger Hütte bei St. Anton in Südtirol führt.

Die Tour im kurzen Überblick:

  • 1. Tag: Seefeld – Reitherspitze – Freiung-Höhenweg – Solsteinhaus – Neue Magdeburger Hütte
  • 2. Tag: Neue Magdeburger Hütte – Zirl – Unterperfuss – Oberperfuss – Kematen Hütte – Adolf-Pichler-Hütte
  • 3. Tag: Adolf-Pichler-Hütte – Franz-Senn-Hütte
  • 4. Tag Franz-Senn-Hütte – Neue Regensburger Hütte – Falbeson – Bsucher Alm – Nürnberger Hütte
  • 5. Tag: Nürnberger Hütte – Simmingjöchl – Bremer Hütte – Grenze AUT/ITA Magdeburger Hütte
  • 6. Tag: Magdeburger Hütte – Furtalm – Sterzing

Die Tour in Bildern