Warum macht man sich eigentlich zu Sylvester immer gute Vorsätze fürs neue Jahr? Man könnte ja auch an jedem anderen Tag einen Entschluss fassen und dann einfach irgendwas anders machen als zuvor. Jedes Jahr zum Geburtstag würde sich doch vielleicht auch anbieten. Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Ich neige aber ebenfalls dazu, mir Dinge zum Jahreswechsel vorzunehmen und Pläne für die nächsten 365 Tage zu schmieden. Vielleicht liegt es ja daran, dass man mit dem Beginn des neuen Kalenderjahres das Gefühl hat, etwas hinter sich lassen zu können, eine neue Chance zu bekommen, alles zurück auf Null zu setzten um dann alles besser machen zu können als im Vorjahr? Ein bisschen so, wie früher in der Schule, wenn ich mir bei jedem neuen Block vorgenommen habe, dieses Mal in jeder Stunde das Datum und das Fach in die erste Zeile zu schreiben und mir Notizen zum Unterricht zu machen.
Viele Menschen starten mit Vorsätzen in das neue Jahr, die sich um eine gesündere Lebensweise drehen. Die Weihnachtstage und die Adventszeit sind gerade vorbei, die Hose zwickt und da liegt es natürlich irgendwie nahe, diesen Zustand wieder verbessern zu wollen. Keine Schokolade mehr zu essen und auch keinen Alkohol mehr zu trinken, dafür aber sehr viel mehr Sport zu treiben gehörten aber nie zu meinen Neujahrsvorhaben. Viel trinken tue ich eh nicht, ohne Sport kann ich gar nicht und Schokolade ist irgendwie eines meiner kleinsten Probleme. Ich versuche mir lieber zu überlegen, wie ich meine Leben gerade so finde und was ich glaube tun zu müssen, um es zu verbessern. Früher waren das so Dinge wie: Eine Watzmann-Überschreitung machen, an einem Tag mit dem Rad von München nach Italien fahren, eine Langdistanz finishen oder einen Ultramarathon laufen. Das sind alles tolle Ziele, die man sich natürlich schön setzen und auf die man auch prima hin trainieren kann. Es sind aber auch Ziele, die einen schnell ziellos werden lassen, sind sie im Sommer erreicht oder kommt irgend etwas dazwischen, was man nicht beeinflussen konnte. Ein Bänderriss im April hat mich vor Jahren mal in ein ziemlich tiefes Loch gestürzt: Die Saison war vorbei, bevor sie begonnen hatte. Scheiße!
Mittlerweile glaube ich, es ist besser sich weichere Ziele zu setzen. Ich will keinen Projektplan für mein Leben und ich brauche auch keine SMART Goals um dann später messen zu können ob das Jahr gut war oder nicht. Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass man eine grobe Richtung braucht, in die es gehen soll und eine Idee wie das anzustellen ist. Man muss für sich herausfinden, was einen selbst wichtig und was unwichtig ist und dann versuchen, danach zu leben.

Ich habe mir letztes Jahr vorgenommen, deutlich mehr der Dinge zu tun, von denen ich weiß, dass sie mir Freude machen. Wandern und Fotografieren, draußen sein und draußen schlafen. Ich habe mir vorgenommen es so oft wie möglich zu tun, weil es mir Spass macht und es mir dann besser geht.
Denke ich jetzt an das vergangene Jahr zurück bin ich zufrieden. Ich bin viel draußen gewesen. Ich habe viele Sonnenauf- und Sonnenuntergänge am Gipfel erlebt und viel Zeit sowohl mit Menschen die mir wichtig sind als auch allein in den Bergen verbracht. Das erste Mal habe ich im Januar bei tiefen Minusgraden unter einem Gipfelkreuz geschlafen. Ich habe großartige Tierbeobachtungen gemacht und tolle Fotos mit nach hause gebracht. Ich habe alleine und zu Fuß die Alpen bis nach Italien überquert und bin mit Freunden auf Skiern im norwegischen Winter von Hütte zu Hütte gelaufen. Zu guter Letzt war ich über Weihnachten vier Tage lang in den Bergen und habe das Jahr sehr ruhig ausklingen lassen. Ein gutes Jahr liegt hinter mir und ich freue mich schon auf das nächste. Pläne habe ich schon gemacht…

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr 2018!

Was waren Deine Highlights in 2017? Was hattet ihr euch vorgenommen was plant ihr im kommenden Jahr?