Materialermüdung auf Langtour. Was etwas taugt und was nicht, merkt man wohl oft erst nach vielen Wochen.

Langsam aber sicher fängt mein Material zu leiden an. Hier und da gibt/gab es seinen Geist sogar schon gänzlich auf. Gerade habe ich eine Socke gestopft. Irgendwo war ich wohl in einem Strauch hängen geblieben und hatte so ein Loch hineingerissen. Vorher habe ich den linken Träger meines Rucksacks genäht. An einer Seite war der schon so aufgerieben, dass die Füllung zu sehen war. Damit solche Schäden nicht noch größer werden, repariere ich sie lieber immer gleich. Als nächstes ist wohl eines meiner Unterhemden dran, ein kleines Loch kann man schon erkennen. Ich bin aber tatsächlich überrascht, was das dünne Merino-Shirt schon mitgemacht hat. Ich hatte damit gerechnet, es irgendwann ganz austauschen zu müssen. Danach sieht es aber bisher nicht aus. Da haben sich andere Ausrüstungsgegenstände als weniger robust herausgestellt. Die Trekkingstöcke von Leki sind mittlerweile im Müll und durch andere ersetzt worden. Auf den einen bin ich draufgefallen und habe ihn so abgebrochen, das war Pech. Der zweite Stock ist aber einfach abgeknickt, ohne Sturz, einfach so. Ich weiß, dass Leki einen guten Service hätte, man kann auch jedes Element der Faltstöcke einzeln austauschen, aber hier draußen ist das natürlich schwierig und da musste ich dann einfach neue besorgen.

Seit Røros war ich bereits mit dem zweiten Paar Stiefeln unterwegs. Und auch bei diesem Paar hat das Profil der Sohlen zusehends abgenommen. Jetzt wo das Wetter aber deutlich schlechter und der Boden deutlich nasser geworden ist, habe ich leider sogar starken Wassereinbruch im linken Stiefel. Bis zum Nordkap hätte ich so nicht laufen wollen. Also habe ich mir gestern in Mo I Rana ein neues Paar gekauft. Keinen Hanwag Alaska mehr, sondern dieses Mal einen Stiefel von Crispi auch Leder mit Gore Tex aber mit deutlich höherem Schaft. Ich bin gespannt was der „Kongsvoll“ kann. Heute Morgen kam ein NPL Wanderer in die Fjellstua, mit genau diesem Stiefel und klang sehr überzeugt.

Die Hose, Fjällraven Abisko Zipoff, die ich mir nur wenige Tage vor meinem Aufbruch noch gekauft hatte, ist am Hintern extrem dünn geworden und einige Nähte gingen ebenfalls kaputt. Außerdem konnte ich sie mir ausziehen ohne die Knöpfe zu öffnen, was man aber wohl dem Hersteller nicht anlasten kann. Mittlerweile habe ich eine neue, stabilere Hose. Über die Haltbarkeit der Fjallraven Keb Trousers kann ich noch nichts sagen, dafür habe ich sie noch nicht lange genug im Gebrauch. Aber das Solarpanel von GoalZero hat jetzt, nach weniger als drei Monaten, einen Wackelkontakt. Das ist ärgerlich und ich werde das im Herbst reklamieren müssen. Ach ja, drei Plastiklöffel von Light My Fire habe ich ebenfalls zerbrochen. Ansonsten hält aber noch alles. Achso ja, die Socken vom Anfang (Falke TK1 Merino) habe ich bei der letzten Gelegenheit auch noch ausgetauscht. Die waren recht platt gelatscht und den Gestank bekam ich auch nicht mehr rausgewaschen.