Jede Reise geht irgendwann einmal zu Ende – Zurück aus der Komfortzone

Die Flüge nach Oslo und München sind gebucht. Jetzt freue ich mich darauf, erst Christoffer in Oslo zu besuchen und dann wieder nach Hause zu fliegen. Es war ein wahnsinnig schöner Sommer hier oben in Norwegen. Aber jede Reise endet irgendwann und habe das Gefühl, dass es Zeit ist nach Hause zurück zu kehren. Ich war über 130 Tage unterwegs und ich bin mehr als 2500 Kilometer bis hierher nach Alta gelaufen. Angetreten, wenn man das überhaupt so nennen will, es klingt ja doch etwas nach Wettkampf, bin ich mal mit dem groben Ziel Nordkap im Gepäck. Bis dahin wären es von hier noch gute 200 Kilometer. 200 Kilometer, das ist eine Strecke, die man in etwas mehr als einer Woche schaffen könnte. Aber ich bin nicht losgelaufen, um irgendetwas zu schaffen. Wenn ich in den letzten Monaten gefragt wurde, wann ich denn eigentlich vor habe am Nordkap anzukommen, habe ich immer geantwortet, dass ich so lange nach Norden laufen will, bis ich keine Lust mehr habe. Und genau das habe ich jetzt getan. Ich bin ohne Verletzungen und ohne nennenswerte Tiefpunkte bis hier her gekommen. Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut weiterlaufen zu können und darüber, noch länger draußen sein zu dürfen. Ich war immer neugierig was der neue Tag bringen würde und wie sich die Landschaft wohl noch verändern könnte. In den letzten Tagen nahm diese Neugier aber langsam ab. Darum höre ich jetzt einfach auf. Denn ich will meine Tour nicht mit dem Gefühl beenden, es noch irgendwie erzwingen zu müssen. Warum sollte ich das tun? Wer erwartet das von mir? Ich selbst? Nö! Andere? Möglich. Interessiert mich das? Eher nicht! Sollte es?

Das Nordkap war mir über die gesamte Zeit eine große Hilfe, weil es mir meine grobe Richtung vorgegeben hat. An dem geografischen Punkt selbst liegt mir persönlich aber nicht besonders viel. Es ging ja darum, eine möglichst gute Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Und ich glaube, dass ich genau das recht gut geschafft habe. Ich bin sehr dankbar für die vergangenen vier Monate, die vielen schönen Begegnungen und besonders für die neuen Freundschaften.

In München ist bereits das Oktoberfest losgegangen. Und ein bisschen graut es mir auch schon vor der Fahrt mit der U-Bahn. Vom Marienplatz über das Sendliger Tor und bis zur Poccistrasse… Wiesngäste die nicht am Hauptbahnhof oder der Hackerbrücke aussteigen, nehmen häufig diese Route. Aber am Freitag Vormittag wird es noch nicht völlig überfüllt sein, hoffe ich jedenfalls. Aber wenn doch, dann ist es nach vier Monaten wohl auch einfach mal Zeit, meine Komfortzone wieder zu verlassen.