DIY: Pulka Sled Bag Selbstbau – Schnittmuster und Anleitung

Endlich mal wieder ein Selbstbauprojekt! Im letzten Jahr hatte ich mir für die Skitour durch die Finnmark ja schon ein eigenes Arctic-Bedding genäht. Die Pulka und den Pulksack (oder Sledbag oder Pulkbag oder was weiß ich was) hatte ich mir von meinem Freund Christoffer geliehen. Nächstes Jahr ist Christoffer selbst auf Tour, eine gute Gelegenheit also um ein neues Projekt zu starten: Ein Pulksack ist im Grunde nur eine große Reisetasche, die genau in die Pulka hinein passt und alle Gepäckstücke vor Schnee und Verlust schützt. Das Material ist wasserabweisend und auf der Oberseite ist ein langer, stabiler Reißverschluss, so dass man gut an den Inhalt herankommt. Das Arcticbedding wird während der Tour mit Spannriemen oben auf dem Pulkbag fixiert.

Die Pulka: Paris Expedition Sled

Als Pulka verwende ich, wie so viele andere auch, den Paris Expedition Sled. Dieser orangefarbene Transportschlitten ist aus einem robusten Kunststoff und relativ günstig. Er hat sich schon vielfach bewährt und weil man die leeren Wannen ja einfach ineinander stellen kann ist auch der Transport mehrerer Paris Pulkas einfach. Im Internet kursieren viele Bauanleitungen von Leuten die die Paris noch mit Kufen oder Zugstangen getuned haben. Ich habe sogar eine Doku gefunden, in der jemand eine feste Persenning angebracht hat. Die Seiten verlinke ich gaaanz unten auf der Seite.

Ich habe meine Pulka aber nicht modifiziert, weil ich im letzten Jahr gut mit der unveränderten Version zurecht gekommen bin. Außerdem befürchte ich, dass zusätzliche Bohrungen nicht unbedingt für zusätzliche Stabilität sorgen würden. Einzig die Gummiexpander habe ich in die bereits vorhandenen Löcher gefädelt, unten mit Knoten fixiert und zusätzlich mit Karabinern versehen.
Bestellen konnte ich den Paris Expedition Sled übrigens nur bei https://www.outnorth.de bei Globetrotter war er nicht mehr zu bekommen.

Das Zuggeschirr: BW Lochkoppel für 10€

BW Koppeltragesystem mit Flaschentasche

Zum Ziehen des Schlittens verwende ich einfach eine gewöhnliche Reepschnur, die mit einem Karabinerhaken an meinem Koppeltragesystem befestigt ist. Die Bundeswehr Lochkoppel gibt es für etwa 10-15€ im Army-Shop oder bei ebay. Der Gurt ist zwar nicht gepolstert aber im Winter trägt man ja eh eine Schicht mehr. Ich hab den Gurt schon in der Finnmark ausprobiert, ich fand es absolut ausreichend. Zusätzlich gibt es allerlei Taschen, die man an der Koppel befestigen kann. Pistolenholster und Magazintaschen sind vielleicht nicht so interessant aber eine Allzwecktasche für Sonnenbrille, Mütze und Riegel ist vielleicht nicht so schlecht. Und auch Taschen für GPS und Kamera könnten ja für den einen oder anderen interessant sein. Vorne an den „Hosenträgern“ habe ich übrigens zwei weiter Karabiner angebracht, so dass ich meine Kamera wie gewohnt vor der Brust transportieren kann.

Der Pulksack: selbstgenäht

In die Pulka kommt, wie schon beschrieben, mein selbst genähter Pulksack. Das Material habe ich wieder bei extremtextil.de bestellt. Nach zwei Tagen hatte ich 500den Cordura Nylon, acht Meter Gurtband, zwei Meter wasserfesten Reißverschluss, stabiles Garn und ausreichend Schnallen zuhause und konnte loslegen.

Als erstes habe ich die Pulka ausgemessen und die Einzelteile zugeschnitten. Die beiden unterschiedlichen Maße in der Zeichnung sind einmal mit und einmal ohne die Nahtzugabe zu verstehen. Die Tasche wird also 140x40x40cm groß. Ich habe mich für einen Quadratischen Querschnitt entschieden, ein runder wäre aber natürlich auch denkbar gewesen. Soll der Pulksack einfarbig werden, würden theoretisch auch drei Teile ausreichen, das Nylon gibt es mit einer Rollenbreite von 154cm, das würde also reichen. Ich fand es aber zweifarbig ganz schön.

Bevor man los legt, muss man sich gut überlegen, welche Nähte man als erstes setzt, denn an manche Stellen kommt man später nur schwer heran. Darum habe ich als erstes die Gurte und den Reißverschluss angebracht. Danach wurden Bodenplatte und Seitenteile verheiratet und erst ganz am Schluss die Stirnseiten eingesetzt. Alle Nähte sind innenliegend, so dass man, Reißverschluss und Gurte ausgenommen, keine Nähte sehen kann. Innen habe ich dann die Schnittkanten eingeschlagen und nochmals vernäht.

Die Arbeitsschritte

Im Folgenden beschreibe ich kurz die Reihenfolge der Arbeitsschritte:

  • Cordura Nylon zuschneiden (Bodenteil, 2 Seitenteile, 2 Stirnseiten)
  • Gurtbänder am Boden festnähen (3x)
  • Reißverschluss teilen, jeweils einen Teil an die Seitenstücke nähen.
  • Gurtbänder als Griff an die Stirnseiten anbringen
  • Seitenteile jeweils mit dem Boden verbinden
  • Stirnseiten einsetzten
  • Schlitten des Reißverschlusses einsetzten
  • Blitzverschlüsse einfädeln
  • Zack fertig!

Das Schnittmuster und eine Bauanleitung

Hier kannst Du das Schnittmuster, die Bauanleitung und die Materialliste herunterladen: Download Schnittmuster, Materialliste (PDF 500KB)

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